Babyface packt aus: So entstanden die größten 90s-Lovesongs
Kaum jemand hat den Sound der 90s Lovesongs so geprägt wie Babyface. Der Produzent, Songwriter und Sänger schrieb Hits für Whitney Houston, Toni Braxton, Boyz II Men oder Mary J. Blige.
Kaum jemand hat den Sound der 90s Lovesongs so geprägt wie Babyface. Der Produzent, Songwriter und Sänger schrieb Hits für Whitney Houston, Toni Braxton, Boyz II Men oder Mary J. Blige.
Tauche ein in die emotionalste Seite der 90er: Bei 90s90s LOVESONGS hörst du die größten Balladen, die dieses Jahrzehnt unvergesslich gemacht haben.
Wenn wir einen Love-/ Rnb-Song aus den 90s hören, dann wurde er mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kenneth Edmonds, besser bekannt als Babyface, geschrieben. Denn gerade in den 90ern hat er den Songwriting Markt in diesem Genre ziemlich dominiert. Zu Artists, für die er Songs geschrieben haben, gehören Whitney Houston, Céline Dion, Destiny's Child, Madonna, TLC, Mary J. Blige, Boyz II Men, Mariah Carey und Shanice - also die mit den ganz großen Balladen der 90er. Insgesamt soll Babyface um die 1000 Songs geschrieben haben, darunter 125 Top-10-Hits und 26 Nummer-1-R&B-Hits.
Besonders wichtig für einen 90s Lovesong ist laut Babyface die Bridge, also der Teil nach dem zweiten Refrain, der den Höhepunkt des Songs darstellt. "Und das war meiner Meinung nach das Beste an der Musik der späten 80er und 90er Jahre: dass es damals noch Brigdes gab", erzählt Babyface im Interview mit dem New York Times Magazine. "Was eine Bridge spannend macht, ist, wenn man einen Künstler hat, der sie auf die nächste Ebene heben kann. Ob es nun Whitney Houston ist oder Aretha Franklin oder Boyz II Men – man nimmt die Platte als Demo auf, und dann kommen sie dazu und heben sie auf eine Ebene, von der man nicht wusste, dass sie möglich ist."
Was aber für Babyface noch wichtiger ist als die Struktur eines Songs, sind Emotionen. Dass seine Songs so authentisch wirkten, liegt auch daran, dass Babyface Schmerz regelrecht suchte. „Was das Schreiben von Musik und Songs angeht, war es der Schmerz, der mich begeistert hat“, erzählt er im Interview. Genau deshalb war er sofort fasziniert, als Toni Braxton zum Vorsingen erschien. „Ich hörte diesen Schmerz in ihrer Stimme. Und da war ich begeistert. Ich dachte: ‚Oh, mit ihr kann ich arbeiten.‘“, erinnert er sich.
Auch bei „Not Gon’ Cry“ von Mary J. Blige ging es darum, echte Emotionen einzufangen. Allerdings musste Babyface lernen, dass ein Song nicht immer autobiografisch sein muss. „Es ist gut, aber das ist nichts für Mary. Das entspricht nicht ihrem Wesen“, sagte damals Musikmanager Andre Harrell. Babyface wurde klar: "Sie singt nicht über sich selbst. Sie singt über andere Frauen, die das durchmachen." Und auch das kann funktionieren, solange der Schmerz und die Emotionen in der Stimme nicht verloren gehen.
Rückblickend sieht Babyface seine romantischen 90er-Hits heute allerdings differenzierter. Songs wie „Soon As I Get Home“ spiegelten ein anderes Frauenbild wider – eines, das sich inzwischen verändert hat. „Gott sei Dank hat sich das geändert“, sagt er. „Frauen sind heute viel unabhängiger und suchen nicht mehr nach jemandem, der sie rettet. Sie können sich selbst retten.“
Für Babyface bedeutet das aber nicht das Ende der großen Liebe. Vielmehr habe sich die Art verändert, wie Menschen Gefühle ausdrücken. „Liebe klingt heute anders“, erklärt er. Gleichzeitig glaubt er, dass soziale Medien und das Internet vieles verändert haben: „Sie haben viel von der Seele aus allem genommen.“
Und trotzdem bleibt er überzeugt: Die Liebe findet immer einen Weg.