Boards of Canada sind zurück
Mit „Tape 05“ melden sich Boards of Canada zurück – und kündigen auch gleich noch ein komplettes Album an.
Mit „Tape 05“ melden sich Boards of Canada zurück – und kündigen auch gleich noch ein komplettes Album an.
Eine sanfte Klangdecke mit Ambient-Beats und sonnendurchfluteten Melodien. Auf Ibiza mixte José Padilla in der goldenen Stunde über der Bucht am Café del Mar einen Soundtrack für Sonnenuntergänge - das ist 90s90s Chill Out!
Boards of Canada veröffentlichten 1998 das Album „Music Has the Right to Children“, das als Meilenstein elektronischer Musik gilt. Der Sound definierte eine neue Ästhetik zwischen Nostalgie und Verfremdung und prägt bis heute Ambient und Lo-Fi. Marcus Eoin und Michael Sandison, die beiden Köpfe hinter Boards of Canada, melden sich nach 13 Jahren zurück – und machen genau das, was sie immer gemacht haben: Sie erklären nichts. Der neue Track „Tape 05“ wirkt wie ein Fragment, ein Fundstück. Aber es ist die Ankündigung eines neuen Albums. Nach 13 Jahren ohne neues Studioalbum kündigen Boards of Canada „Inferno“ an. Es erscheint am 29. Mai 2026.
Wer über das Comeback von Marcus Eoin und Michael Sandison spricht, kommt an einem Punkt nicht vorbei: 1998. In diesem Jahr veröffentlichten Boards of Canada ihr Debüt „Music Has the Right to Children“ – ein Album, das Referenzpunkt des 90er-Sounds wurde. Während Acts wie The Chemical Brothers oder Fatboy Slim den Dancefloor dominierten, setzten Marcus Eoin und Michael Sandison auf etwas völlig anderes. Keine klaren Drops, keine offensichtlichen Hooks, keine Clublogik. Mit „Music Has the Right to Children“ haben Marcus Eoin und Michael Sandison nicht einfach ein Album veröffentlicht, sondern eine neue Klangsprache etabliert. Analoge Synthesizer treffen auf Field Recordings, verzerrte Stimmen auf scheinbar naive Melodien. Tracks wie „Roygbiv“ oder „Aquarius“ wirken simpel – und sind gleichzeitig komplex in ihrer Wirkung.
Die Wirkung von „Music Has the Right to Children“ lässt sich kaum überschätzen. Ohne das Album von Boards of Canada wären viele Entwicklungen der 2000er und 2010er kaum denkbar. Lo-Fi-Ästhetik, verwaschene Beats, gezielte Imperfektion – all das taucht später in unzähligen Produktionen wieder auf. Ambient-Musik bekommt durch Boards of Canada eine neue Richtung. Nicht mehr nur abstrakt oder technisch, sondern emotional aufgeladen, fast schon filmisch.