Norman Cook, weltweit bekannt als Fatboy Slim, beobachtet diese Entwicklung seit Jahren. Als DJ spielt Norman Cook in Clubs, die Smartphones verbieten, und merkt sofort den Unterschied. Für Norman Cook ist die Atmosphäre dort spürbar dichter, unmittelbarer, ehrlicher. Wo keine Displays hochgehen, entsteht kein Wettbewerb um Sichtbarkeit. Stattdessen geht es wieder um das, was Clubs einmal ausgemacht hat: Eskapismus, Gemeinschaft und Musik, die größer ist als der eigene Feed. Norman Cook formuliert es nüchtern: Der Club war nie dafür gedacht, VIP-Status zu beweisen. Er war dafür da, kurz aus der Realität auszusteigen.
Was Norman Cook kritisch sieht, ist nicht Technik an sich, sondern ihre Priorität. Wenn der Hauptgrund für einen Clubbesuch darin besteht, Content für Instagram zu produzieren, verschiebt sich der Fokus radikal. Der Dancefloor wird zur Bühne, das Publikum zum eigenen Kamerateam. Für Norman Cook ist das keine Apokalypse, aber auch kein Fortschritt. Die Musik läuft weiter, die Leute tanzen weiter – nur eben mit angezogener Handbremse. Und Selbstkontrolle wird plötzlich zur entscheidenden Club-Skill.