Von Gospel zu Grammys: Die Geschichte des RnB
Aus den Kirchenchören in die Weltcharts: RnB hat sich über Jahrzehnte immer wieder neu geformt. Wir schauen uns die Geschichte des Genres an und starten dazu unser neues Radio 90s90s RnB BALLADS.
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Gospel war das emotionale Herzstück des frühen RnB. Besonders prägend war das Call-and-Response-Prinzip: ein Vorsänger gibt eine Zeile vor und Chor oder Instrumente antworten. Diese Technik stammt aus afrikanischen Musiktraditionen, fand ihren Weg in die Kirchen und wurde später zu einem Kernmerkmal des RnB. Hinzu kamen ausdrucksstarke Gesangstechniken, alles Elemente, die aus dem Gospel übernommen wurden.
Zu den frühen Wegbereitern gehörten Sam Cooke, der als Gospelsänger begann und mit „You Send Me“ sowohl die RnB- als auch die Pop-Charts anführte oder Ray Charles. Anfang der 50er sagte Charles: „Ich möchte, dass die Menschen meine Seele fühlen.“ Diese Verbindung aus Spiritualität und Musik machte RnB massentauglich für den Mainstream.
In den 50ern und 60ern war R&B eng mit Rock ’n’ Roll verwoben. Der Kern blieb aber derselbe: Gospel-Emotion, starke Stimmen, ein Groove. Weil sich die Musik immer wieder weiterentwickelte änderte sich auch der Name, aus „Rhythm and Blues“ wurde eine Zeit lang „Black Music“. Erst 1990 wurde daraus wieder RnB.
In den 80ern wurde RnB moderner und elektronischer: Synths, Drum Machines und Pop kamen dazu. Durch Produzenten wie Teddy Riley mischten sich Hiphop-Produktion in den RnB-Sound. Genau daraus wurde dann der typische 90s-RnB, den wir alle lieben.
In den 90ern erreichte RnB seinen kommerziellen Zenit. Das Genre dominierte Radio, MTV und die Billboard-Charts. Zeitweise standen 80 Prozent der RnB-Nummern gleichzeitig an der Spitze der Hot 100, ein Peak, den es in dieser Form kaum wieder gab. RnB war nicht mehr nur für ein Nischenpublikum, sondern internationaler Mainstream. Ein Sound der gleichzeitig in Clubs, im Radio und auf großen Pop-Bühnen funktionierte.
Die Verschmelzung mit Hiphop wurde stilprägend. Produktionen setzten verstärkt auf Samples, Loops und synthetische Sounds statt klassischer Band-Instrumente. Gleichzeitig blieb das Genre emotional: große Stimmen, dramatische Balladen und Harmonien wurden zum Markenzeichen.
Die Liste liest sich wie ein Best-of des Jahrzehnts: Whitney Houston setzte mit „The Bodyguard“ einen gigantischen Meilenstein und machte den Soundtrack zum meistverkauften der Musikgeschichte. Mariah Carey und Boyz II Men schrieben mit „One Sweet Day“ Chartgeschichte, während Acts wie Janet Jackson oder TLC RnB gleichzeitig massentauglich und stilprägend machten.
Künstlerinnen wie Aaliyah brachten neue Sounds und moderne Produktionen in den Mainstream. Unterstützt von Produzenten wie Missy Elliott und Timbaland, die damals noch relativ unbekannt waren. Lauryn Hill und Maxwell griffen auf Soul-Wurzeln zurück und zeigten, dass RnB in den 90ern nicht nur kommerziell erfolgreich, sondern auch künstlerisch vielseitig war.
Nach 2000 verschmolzen RnB und Hiphop nahezu vollständig. Produzenten wie Pharrell Williams oder Rich Harrison kombinierten klassische Soul-Elemente mit moderner Studiotechnik, wie Autotune. Auch internationale Produzenten erweiterten das Genre und zeigten wie global RnB geworden ist.
Seit Ende der 50er wird RnB in verschiedenen Kategorien bei den Grammys ausgezeichnet. 1995 wurde noch eine weitere mit „Best R&B Album“ eingeführt, 2013 dann die neuste mit „Best Progressive R&B Album“. Auch in den Charts spielt RnB weiterhin eine zentrale Rolle. Künstler wie Bruno Mars, Kehlani, SZA oder Post Malone sind nicht nur im Genre, sondern auch im Mainstream erfolgreich. RnB hatte den größten Erfolg in den 90ern, aber der Hype hält bis heute an!