Gene touren durch Amerika
Nach mehr als zwei Jahrzehnten spielen Gene wieder in Nordamerika. Für eine Britpop-Band ein gewagtes Comeback. Kann das klappen?
Nach mehr als zwei Jahrzehnten spielen Gene wieder in Nordamerika. Für eine Britpop-Band ein gewagtes Comeback. Kann das klappen?
Viele denken in erster Linie an Oasis oder Blur, wenn es um Britpop geht. Hier bekommt ihr aber auch die Songs von Supergrass, Pulp, Ash, Elastica und Gene!
Gene wurden 1993 in London gegründet. Zur klassischen Besetzung gehören Martin Rossiter am Gesang, Steve Mason an der Gitarre, Kevin Miles am Bass und Matt James am Schlagzeug. Martin Rossiter hatte mit Gene nie den einfachsten Platz im Britpop-Regal. Neben Oasis, Blur, Pulp und Suede oder meinetwegen sogar den Charlatans wirkten Gene oft wie die Band für Leute, die ihren Pop gern etwas verletzlicher wollten.
Das Debütalbum „Olympian“ erschien 1995 und wurde in Großbritannien mit Silber ausgezeichnet. Der Titelsong „Olympian“ landete später in den Top 20 der UK-Singlecharts. Für Martin Rossiter, Steve Mason, Kevin Miles und Matt James war das ein großer Start, aber eben kein Freifahrtschein in die Superliga. Gene waren erfolgreich, aber sie wurden nicht zur Vorzeige-Britpop-Band. Vielleicht ist genau das heute ein Vorteil: Niemand muss eine überdimensionierte Legende aufblasen, weil die Bandgeschichte schon immer etwas kantiger war.
Gene kommen am 12. November 2026 nach San Francisco, am 13. November nach Los Angeles, am 14. November zum „Darker Waves Festival“ nach Huntington Beach, am 16. November nach Chicago, am 17. November nach Toronto, am 19. November nach Washington, D.C. und am 20. November nach New York.
Martin Rossiter und Gene gehen nach Nordamerika, obwohl dort kein automatischer Heimvorteil wartet. In Großbritannien kann eine Band wie Gene auf Erinnerung, Musikpresse und eine klarere Britpop-Landkarte setzen. In den USA und Kanada ist das anders. Dort müssen Martin Rossiter, Steve Mason, Kevin Miles und Matt James stärker erklären, warum ihre Songs nicht nur historische Fußnoten zur britischen Gitarrenmusik sind. Genau deshalb ist diese Tour so interessant. Sie zwingt Gene, aus dem sicheren Rahmen herauszutreten. Der Sprung ist nicht riesig im kommerziellen Popmaßstab, aber für diese Band ist er groß genug, um ernst genommen zu werden.