House of Pain
Regime Management / CC BY-SA 1.0
House of Pain
24.06.2026

House of Pain-Trolle machen Ärger

Ein harmloser Namenswettbewerb wird plötzlich zum Internet-Spielplatz – und ein 90s-Hit mischt indirekt mit.

Eminem mit My Name Is

HIPHOP & RAP

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Die 90er waren ohne Zweifel die goldenen Jahre für Rap und Hiphop-Fans - und wir haben sie in unserem HipHop & Rap-Radio festgehalten. Jetzt einschalten!


Es läuft:
Eminem mit My Name Is
Painesville Schild
IMAGO / Pond5 Images
Painesville Schild

Wie beeinflusst „Jump Around“ noch heute politische Entscheidungen?

House of Pain landen 1992 mit „Jump Around“ einen globalen Hit, der bis heute als Party-Trigger funktioniert. Der Song zeigt, wie langlebig 90s-HipHop-Kultur ist und warum selbst lokale Events Jahrzehnte später noch davon beeinflusst werden.

Es sollte eine nette, lokale Entscheidung werden, doch am Ende war es ein digitaler Ausnahmezustand. In Painesville, einer eher ruhigen Stadt im US-Bundesstaat Ohio, startet die Verwaltung einen Namenswettbewerb für ein neues Amphitheater. Was als Bürgerbeteiligung gedacht ist, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Internetphänomen. Der Vorschlag „House of Paine“ taucht auf – ein Wortspiel, das nicht nur auf den Stadtnamen anspielt, sondern auch sofort Erinnerungen an House of Pain weckt. Und genau da kippt die Dynamik. Denn plötzlich stimmen nicht mehr nur lokale Einwohner ab. Über Plattformen wie Reddit und andere Online-Communities verbreitet sich der Vorschlag rasend schnell. Der Name gewinnt an Zugkraft, nicht wegen regionaler Identität, sondern wegen Popkultur. Erik Schrody, besser bekannt als Everlast, hat damit nichts zu tun – aber der Schatten von House of Pain reicht aus, um das Voting zu dominieren.

9 Fakten zu HipHop in den 90s

„House of Paine“ wird zum Meme: Wie konnte das so groß werden?

Die Mechanik ist simpel und gleichzeitig typisch für Social Media. Ein Begriff mit Wiedererkennungswert trifft auf offene Online-Abstimmung. Was folgt, ist ein klassischer Fall von digitalem Mitmach-Humor. Menschen, die nie einen Fuß nach Painesville gesetzt haben, stimmen plötzlich für „House of Paine“. Der Name wird zum Meme, getragen von der Nostalgie rund um Everlast und Daniel O’Connor, besser bekannt als Danny Boy.

Das Ergebnis ist eindeutig, aber eben nicht repräsentativ. Die lokale Community wird von einer globalen Internetbewegung überrollt. Was für Außenstehende wie ein harmloser Spaß wirkt, stellt die Verantwortlichen vor ein echtes Problem. Denn ein offizieller Veranstaltungsort mit einem Namen, der durch ein verzerrtes Voting zustande kam, ist politisch schwer vermittelbar. Am Ende entscheidet sich die Stadtverwaltung gegen das Ergebnis. Trotz der klaren Mehrheit für „House of Paine“ wird der Name nicht übernommen. Stattdessen fällt die Wahl auf eine neutrale Lösung: ein klassischer, wenig aufregender Titel, der niemanden provoziert und vor allem keine Fragen aufwirft.

Heute schon für den 90s90s Countdown abgestimmt?

House of Pain - Jump Around (Official 4K Music Video)
House of Pain - Jump Around (Official 4K Music Video)

Warum wirkt „Jump Around“ noch immer?

Der Kern der Geschichte liegt nicht im Voting, sondern in der kulturellen Strahlkraft. „Jump Around“ ist kein Song, der einfach nur existiert – er ist ein kollektiver Reflex. Sobald der Beat einsetzt, passiert etwas. Genau diese Energie überträgt sich auch auf solche absurden Situationen.

Erik Schrody hat mit seiner späteren Solo-Karriere einen ganz anderen Weg eingeschlagen, Songs wie „What It’s Like“ zeigen eine deutlich ruhigere Seite. Doch der Impact von House of Pain bleibt an diesem einen Track hängen. Und dieser Track funktioniert 2026 immer noch als kultureller Code.

House of Pain werden Anfang der 90er von Erik Schrody alias Everlast, Daniel O’Connor alias Danny Boy und Leor Dimant alias DJ Lethal gegründet und stehen schnell für einen rohen, energiegeladenen Hip-Hop-Sound mit klarer Attitüde. 1992 gelingt mit „Jump Around“ der weltweite Durchbruch, ein Song, der bis heute als einer der größten Party-Tracks der Dekade gilt und das selbstbetitelte Debütalbum prägt. Auch die Nachfolger „Same as It Ever Was“ und „Truth Crushed to Earth Shall Rise Again“ festigen den Status, bevor sich die Gruppe Mitte der 90er auflöst.

Erik Schrody startet anschließend eine erfolgreiche Solo-Karriere mit stärkerem Fokus auf Singer-Songwriter-Elemente und landet mit „What It’s Like“ erneut einen Hit, während Leor Dimant als DJ Lethal Teil von Limp Bizkit wird und den Nu-Metal-Sound mitprägt. Daniel O’Connor bleibt musikalisch aktiv, jedoch weniger im Rampenlicht. Sporadische Reunion-Auftritte zeigen später, dass House of Pain als Marke und Live-Phänomen bis heute funktionieren.

Am Ende steht ein Amphitheater mit einem sicheren Namen und eine Story, die deutlich größer ist als das Projekt selbst. House of Pain haben nichts gemacht – und trotzdem alles ausgelöst. Der Witz ist stärker als jede PR-Kampagne. Und irgendwo im Hintergrund läuft immer noch: „Jump around!“

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