Woodstock 94
IMAGO / ZUMA Press Wire
Woodstock 94
Listing

Die 9 schlimmsten Konzerte der 90er

Sommer ist Festival-Zeit, das war schon in den 90ern so. Aber auch da gab’s Pyro-Unfälle, Prügeleien, Randale und Bands am Limit. Diese neun Konzerte liefen nicht so wie geplant!

90s90s - In The Mix mit 90er Megamix 2023 - 16

IN THE MIX

IN THE MIX

Wir mixen für euch die besten 90er Hits für eure eigene 90s Party!


Es läuft:
90s90s - In The Mix mit 90er Megamix 2023 - 16
Guns N Roses Riverport (Rocket Queen) Riot 1991 (HD Best Quality)
Guns N Roses Riverport (Rocket Queen) Riot 1991 (HD Best Quality)

1991: Guns N’ Roses im Riverport Amphitheatre, Missouri

Guns N’ Roses hatten Anfang der 90er schon den Ruf, unberechenbar zu sein. Am 2. Juli 1991 wurde dieser Ruf im Riverport Amphitheatre größer. Der Abend ging später als Riverport Riot in die Rockgeschichte ein.

Während des Songs „Rocket Queen“ bemerkte Axl Rose einen Fan, der offenbar Fotos machte. Der Sänger forderte die Security auf, einzugreifen, doch aus seiner Sicht passierte nicht genug. Also sprang Rose selbst ins Publikum, um sich die Kamera zu holen.

Zurück auf der Bühne war die Situation endgültig eskaliert. Rose sagte sinngemäß: „Dank der lahmen Security gehe ich jetzt nach Hause“, warf sein Mikrofon hin und verschwand. Kurz darauf machte Slash dem Publikum klar, dass die Band nicht weiterspielen würde.

Danach brach Chaos aus. Fans zerstörten Equipment, legten Feuer und lieferten sich Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften. Dutzende Menschen wurden verletzt, gegen Axl Rose wurde später ein Haftbefehl ausgestellt. Guns N’ Roses kehrten erst viele Jahre später wieder in die Region zurück.

Die besten Guns N' Roses Songs der 90s

Red Hot Chili Peppers   Under The Bridge   Saturday Night Live 1992
Red Hot Chili Peppers Under The Bridge Saturday Night Live 1992

1992: Red Hot Chili Peppers bei Saturday Night Live

Am 22. Februar 1992 wollten die Red Hot Chili Peppers bei „Saturday Night Live“ eigentlich ihren großen Moment im US-Fernsehen nutzen. Stattdessen wurde der Auftritt zu einem Beweis, dass es in der Band schon ziemliche Spannungen gab.

Besonders zwischen Anthony Kiedis und John Frusciante. Frusciante soll sich an diesem Abend schon vor der Sendung von der Band isoliert haben. Dazu kamen Drogenprobleme, Druck durch den plötzlichen Erfolg und eine angespannte Stimmung nach dem Album „Blood Sugar Sex Magik“.

Beim ersten Song „Stone Cold Bush“ lief es noch halbwegs rund, auch wenn Kiedis seinem Gitarristen während der Performance einen Tritt verpasste. Beim zweiten Song „Under The Bridge“ kippte die Situation komplett. Frusciante spielte ein schiefes Intro, verlor das Timing und sang kurz darauf keine Backing Vocals, sondern heulte ins Mikrofon.

Kiedis äußerte sich später in seiner Autobiografie „Scar Tissue! dazu. Er schrieb: „Ich hatte keine Ahnung, welches Lied er spielte oder in welcher Tonart er war.“ Für ihn fühlte sich der Moment an, als sei er „vor ganz Amerika verraten und zum Trocknen aufgehängt“ worden.

Red Hot Chili Peppers: Die 10 besten 90er Songs

Metallica - Accident In Montreal 1992 (HD)
Metallica - Accident In Montreal 1992 (HD)

1992: Metallica und Guns N’ Roses im Olympic Stadium, Montreal

Der 8. August 1992 sollte im Olympic Stadium in Montreal ein riesiger Abend für Rockfans werden. Metallica und Guns N’ Roses standen gemeinsam auf dem Programm, rund 53.000 Fans waren vor Ort. Doch der Abend verwandelte sich schnell in einen Albtraum.

Während Metallica den Song „Fade to Black“ spielten, kam es zu einem schweren Pyro-Unfall. Der Leadsänger James Hetfield stand an einer Stelle, an der ein Pyro-Effekt zündete. Die Hitze war so stark, dass seine Gitarre beschädigt wurde und er schwere Verbrennungen an den Händen, Armen und im Gesicht erlitt.

Hetfield musste ins Krankenhaus, Metallica konnten ihr Set nicht fortsetzen. Danach wartete das Publikum über zwei Stunden auf Guns N’ Roses. Als die Band dann endlich kam, gab es angeblich Soundprobleme und Axl Rose brach den Auftritt nach nur neun Songs ab. Seine Abschiedsworte an die Fans: „Danke, euer Geld wird zurückerstattet, wir sind raus hier.“

Für viele Fans war das zu viel. Nach dem Konzertabbruch kam es zu schweren Ausschreitungen im und um das Stadion. Es gab Sachschäden, Verletzte, Diebstähle und Festnahmen. Guns N’ Roses wurden anschließend dauerhaft aus dem Olympic Stadium verbannt.

Guns N' Roses bringen "November Rain" remastered neu raus

Nirvana - Funny Moments | 10/30/92 Estadio José Amalfitani Buenos Aires, AR
Nirvana - Funny Moments | 10/30/92 Estadio José Amalfitani Buenos Aires, AR

1992: Nirvana im Estadio José Amalfitani, Buenos Aires

Ein „schlimmer“ Auftritt für die Fans, aber Nirvana zeigten Haltung: Am 30. Oktober 1992 spielten Nirvana ihr erstes und einziges Konzert in Argentinien. Rund 50.000 Fans kamen ins Estadio José Amalfitani in Buenos Aires. Aber die Stimmung kippte schon, bevor Nirvana überhaupt auf die Bühne kamen.

Der Grund dafür war der Umgang des Publikums mit der Vorband Calamity Jane. Die rein weibliche Grunge-Band wurde ausgebuht, bespuckt und mit Gegenständen beworfen. Kurt Cobain wollte deshalb zunächst gar nicht mehr auf die Bühne gehen.

Am Ende traten Nirvana zwar auf, aber sie machten dem Publikum den Abend bewusst schwer. Statt der erwarteten Hits spielte die Band viele frühe Songs, B-Seiten und unveröffentlichtes Material. „Smells Like Teen Spirit“ wurde zweimal angedeutet, aber nie gespielt und bei „Come As You Are“ sang Kurt Cobain einfach nur „Hey“, keine Lyrics.

Später erinnerte sich Cobain, dass das Publikum während des Sets von Calamity Jane alles geworfen habe, was es finden konnte, darunter Geld, Steine und Schlamm. Er nannte es eine der schlimmsten Situationen von Sexismus, die er je erlebt habe. Für Nirvana wurde der Auftritt deshalb mehr zur Protestaktion.

Dave Grohl und seine Tochter Violet covern Nirvana

Nirvana - São Paulo, Hollywood Rock Festival, 01/16/1993 PRO CLIPS
Nirvana - São Paulo, Hollywood Rock Festival, 01/16/1993 PRO CLIPS

1993: Nirvana beim Hollywood Rock Festival, São Paulo

Am 16. Januar 1993 standen Nirvana beim Hollywood Rock Festival in São Paulo vor einer riesigen Kulisse. Mit 110.000 Fans war es die größte Menge, vor der die Band je gespielt hat. Der Druck war enorm.

Kurt Cobain soll vor der Show nervös gewesen sein. Dazu kam, dass die Band länger nicht richtig geprobt hatte. Oft ist die Rede davon, dass Cobain Tabletten mit Alkohol gemischt hatte, was sein Gitarrenspiel deutlich beeinträchtigte.

Nach etwa einer halben Stunde wurde aus dem Konzert eine ziemlich chaotische Performance. Die Band tauschte Instrumente und spielte Coverversionen von Songs von The Clash, Queen, Iron Maiden, Duran Duran und anderen. Teile des Publikums reagierten mit Buhrufen.

Eine Woche später lief es beim Festivalauftritt in Rio de Janeiro etwas geordneter, aber auch dort stand Kurt Cobain neben sich. Er sang falsche Texte, spuckte in Kameralinsen und zog sich kurz vor einer Kamera teilweise aus.

33 Jahre "Nevermind": 33 Fakten über das Album von Nirvana

Green Day - Full Concert (Live from Woodstock '94)
Green Day - Full Concert (Live from Woodstock '94)

1994: Green Day bei Woodstock ’94, New York

Woodstock ’94 sollte an das legendäre Festival von 1969 erinnern. Doch in Saugerties, New York, trafen Regen, Schlamm und eine gereizte Festivalstimmung aufeinander. Und dann spielten genau in dieser Stimmung auch noch Green Day.

Die Band stand noch vor dem ganz großen Durchbruch. Das Album „Dookie“ war seit einigen Monaten draußen und kletterte in den Charts weiter nach oben. In New York fing das Publikum irgendwann an, Schlamm auf die Bühne zu werfen. Und Green Day machten mit.

Billie Joe Armstrong und seine Bandkollegen warfen den Schlamm zurück. Der Sänger zog sich die Hose herunter, beschimpfte die Menge als „Schlamm-Hippies“ und „Idioten“ und trieb die Situation weiter an. Aus dem Auftritt wurde schnell eine wilde Schlammschlacht.

Im Chaos kletterten Fans dann auf die Bühne. Bassist Mike Dirnt wurde von einem Security-Mann ins Gesicht geschlagen, weil dieser ihn offenbar für einen randalierenden Zuschauer hielt. Er verlor dabei Vorderzähne. Trotzdem war der Auftritt für Green Day ein weiterer Karrierebooster: MTV zeigte die Bilder immer wieder!

Green Day: Neues Album & Überraschungsauftritt in U-Bahn

Oasis - 1994-09-29 - Whisky A Go Go, Los Angeles, USA
Oasis - 1994-09-29 - Whisky A Go Go, Los Angeles, USA

1994: Oasis im Whisky a Go Go, Los Angeles

Am 29. September 1994 spielten Oasis im Whisky a Go Go in Los Angeles. Eigentlich ein wichtiger Moment, immerhin wollte die Band in den USA Fuß fassen. Stattdessen wurde der Abend zu einem frühen Beispiel für das schwierige Verhältnis der Gallagher-Brüder.

Oasis dachten, sie hätten vor dem Auftritt Kokain genommen. Tatsächlich soll es Crystal Meth gewesen sein. Bis zur Show hatten die Musiker tagelang kaum geschlafen und wirkten entsprechend neben der Spur.

Schon musikalisch lief vieles schief. Die Setlisten stimmten offenbar nicht überein und Songs wurden falsch angespielt. Noel Gallagher erinnerte sich später, dass es geklungen habe, als würden vier Leute gleichzeitig verschiedene Songs spielen.

Und dann eskalierte ein Streit zwischen den Brüdern auf der Bühne. Liam Gallagher warf ein Tamburin nach Noel Gallagher und traf ihn am Kopf. Noel verließ die Band danach für einige Tage. In dieser Zeit entstanden später die Songs „Talk Tonight“ und „(It’s Good) To Be Free“.

Das sind die 9 besten Oasis Songs der 90er

STONE ROSES - Reading 1996 TV Version - 09 I Am The Resurrection
STONE ROSES - Reading 1996 TV Version - 09 I Am The Resurrection

1996: The Stone Roses beim Reading Festival, England

Am 25. August 1996 standen The Stone Roses als Headliner beim Reading Festival auf der Bühne. Die Band hatte Ender der 80er und Anfang der 90er die britische Musikgeschichte geprägt. Eigentlich hätte der Auftritt ein großer Moment werden sollen, doch dann wurde es der letzte vor der Trennung.

Die Band war zu diesem Zeitpunkt schon angeschlagen: Reni hatte sie 1995 verlassen, John Squire folgte 1996. Zwei zentrale Mitglieder waren weg. Ian Brown und Gary Mani Mounfield waren noch übrig, unterstützt wurden sie von Aziz Ibrahim und Robbie Maddix.

Schon beim Einstieg mit „I Wanna Be Adored“ wurde klar, dass der Abend schwierig werden würde. Ian Brown traf die Töne kaum und die Performance wirkte kraftlos. Das Finale mit „I Am The Resurrection“ fühlte sich eher wie ein Abschied an, nicht wie ein Triumph.

Die Kritiken fielen vernichtend aus. Der New Musical Express schrieb, dass die Performance von "I Am The Resurrection" „eher die ewige Kreuzigung“ gewesen sei. Zwei Monate später lösten sich The Stone Roses auf.

Heute schon für den 90s90s Countdown abgestimmt?

Limp Bizkit - Break Stuff (Live at Woodstock 1999) Official Pro Shot / *AAC #Remastered
Limp Bizkit - Break Stuff (Live at Woodstock 1999) Official Pro Shot / *AAC #Remastered

1999: Limp Bizkit bei Woodstock ’99, New York

Eigentlich stand das Woodstock-Festival noch nie für Gewalt und Randale. Trotzdem passierte auch 1999 genau das. Das Wochenende vom 23. bis 25. Juli 1999 in Rome, New York, wurde zu einem Symbol für Gewalt, Überforderung und komplettes Festivalversagen. Und Limp Bizkit waren der letzten Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Bedingungen an dem Wochenende waren allgemein nicht ideal. Es war heiß, Wasser war teuer, das Gelände überfüllt und die Stimmung aggressiv. Als Fred Durst am Samstagabend auf die Bühne kam, spürte er die aufgeladene Energie der Menge und heizte sie weiter an.

Während "Break Stuff" begannen Zuschauer, Sperrholzplatten von Absperrungen zu reißen. Die Band spielte ihr Set zu Ende, später wurde Durst vorgeworfen, die Stimmung der Menge weiter befeuert zu haben. Er selbst sagte später, er habe von der Bühne aus nicht sehen können, dass jemand verletzt werde.

Am nächsten Tag wurde es noch schlimmer. Die Menschen legten Feuer, zerstörten Stände, brachen Geldautomaten auf und plünderten Equipment. Dazu kamen Berichte über sexuelle Übergriffe und sogar Todesfälle. Tom Morello von Rage Against The Machine wehrte sich später gegen die pauschale Schuldzuweisung an die jungen Festivalbesucher. Für ihn lagen die Probleme auch bei Tätern, gierigen Veranstaltern und Medien, die aus einer Viertelmillion Musikfans einen Sündenbock gemacht hätten.