The Corrs (1996)
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The Corrs (1996)
08.07.2026

The Corrs planen neues Album

Zwischen Familienband und 90er-Erbe - Können The Corrs 2026 noch einmal ihren eigenen Sound neu erfinden?

George Michael mit Fastlove

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The Corrs (2016)
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The Corrs (2016)

Was macht die 90er-Band The Corrs?

The Corrs arbeiten an ihrem ersten neuen Studioalbum seit fast zehn Jahren. Caroline Corr beschreibt den Studioprozess als überraschende Rückkehr zum gemeinsamen Schreiben. Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr sind vier Geschwistern, die wieder zusammen im Studio gelandet sind und selbst ein bisschen überrascht schauen, wie schnell daraus wieder ein echtes Albumprojekt werden kann. 

Und ja, wer bei The Corrs sofort „Breathless“ im Kopf hat, liegt nicht falsch. Aber diese neue Geschichte beginnt nicht beim alten Hit, sondern bei der Frage, ob eine Familienband nach Jahrzehnten noch einmal eine gemeinsame musikalische Sprache findet, ohne sich selbst zu kopieren. Denn The Corrs gehören zu den Bands, deren Geschichte oft ein bisschen zu bequem erzählt wird: vier Geschwister aus Dundalk, Irland, schöner Harmoniegesang, Pop mit keltischer Färbung, dann internationaler Erfolg und irgendwann der Rückzug aus dem Dauerrampenlicht. Dabei war der Aufstieg von Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr nie nur die nette Familiennummer.

The Corrs mussten in den 90ern einen Sound verkaufen, der in keine Schublade richtig passte: zu poppig für Traditionalisten, zu folkig für manche Pop-Puristen, aber genau dadurch wiedererkennbar. Als sie mit Alben wie „Forgiven, Not Forgotten“ und „Talk On Corners“ international durchstarteten, war die Band nicht bloß ein Export aus Irland, sondern ein ziemlich präzises Gegenmodell zum Britpop.

Caroline Corr
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Caroline Corr

Kann aus ein paar Songs wirklich ein Album werden?

Dass The Corrs jetzt wieder an einem neuen Album arbeiten, hat Caroline Corr nach einer Feierlichkeit in ihrer Heimat erzählt:

„Wir haben in den vergangenen Jahren viele verschiedene Dinge gemacht, und wir nehmen ein weiteres Album auf, was, das muss ich sagen, tatsächlich eine echte Überraschung für uns ist.“

Klingt riskant. Denn wer ohne großen Masterplan ins Studio geht, muss am Ende trotzdem entscheiden, ob die Songs stark genug sind, um den Namen The Corrs wieder nach vorn zu stellen. Für Caroline Corr ist diese Überraschung offenbar eng mit der gemeinsamen Geschichte von The Corrs verbunden.

Natürlich haben wir über so viele Jahre zusammengearbeitet, weil wir Familie sind, und wir dachten immer: ‚Oh mein Gott, werden wir jemals wieder eine Platte machen?'
Caroline Corr
The Corrs - Little Lies - A tribute to Fleetwood Mac’s Christine McVie
The Corrs - Little Lies - A tribute to Fleetwood Mac’s Christine McVie

Zwischen Familienband und Studiorealität

Das letzte reguläre Studioalbum von The Corrs war „Jupiter Calling“ aus dem Jahr 2017. Dass seitdem fast zehn Jahre vergangen sind, ist für eine Band dieser Größenordnung kein kleiner Abstand. Popmusik hat sich seit 2017 mehrfach neu sortiert, von Streaming-Mechaniken über Kurzvideo-Hypes bis zu einem Revival alter Album-Formate. Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr müssen entscheiden, welche Rolle ihre eigene Vergangenheit 2026 spielen soll. Spannend ist dabei, dass The Corrs zuletzt nicht mit komplett neuem Material aufgefallen sind, sondern mit einer erweiterten Neuauflage von „Best Of The Corrs“. Darauf veröffentlichte die Band neue Aufnahmen von Fleetwood Mac-Klassikern wie „Little Lies“, „Songbird“ und „Everywhere“.

Andrea Corr
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Andrea Corr

Was macht ein Corrs-Album heute relevant?

Die größte Herausforderung für The Corrs ist nicht, ob sie wieder hübsche Melodien schreiben können. Das konnten Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr immer. Die schwierigere Frage lautet: Wofür steht ein neues Album von The Corrs heute? In den späten 90ern war die Band ein Gegenentwurf zu vielen lauteren britischen Bands. The Corrs brachten Folk-Elemente ins Radio. Sie klangen international, ohne ihre Herkunft aus Irland komplett glattzubügeln.

Heute schon für den 90s90s Countdown abgestimmt?

The Corrs - Breathless (Official Music Video) [HD]
The Corrs - Breathless (Official Music Video) [HD]

Der Schatten von „Breathless“

Wer über The Corrs schreibt, kommt an „Breathless“ kaum vorbei. Der Song aus dem Jahr 2000 ist ihr bekanntester internationaler Hit und für viele der direkte Erinnerungsknopf zur Band. Andrea Corr singt dort mit jener Mischung aus Leichtigkeit und Dringlichkeit, die damals perfekt in die Radiojahre zwischen 90er-Ausklang und neuem Millennium passte. Aber „Breathless“ ist zugleich ein kleines Problem für The Corrs. Nicht, weil der Song schlecht gealtert wäre, sondern weil ein Signature Song gerne alles andere überdeckt. Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr waren nie nur Begleitung für einen großen Refrain.

Die Band hatte mit „Runaway“, „What Can I Do“, „So Young“ und „Radio“ mehrere Songs, die unterschiedliche Facetten zeigten. Trotzdem ist „Breathless“ der Titel, der in vielen Köpfen sofort angeht. Für ein neues Album von The Corrs könnte genau daraus ein Konflikt entstehen. Wie viel Wiedererkennbarkeit ist Pflicht, wie viel Veränderung erlaubt? Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr können nicht so tun, als hätten sie keine Vergangenheit. Gleichzeitig wäre es künstlerisch ziemlich langweilig, wenn The Corrs 2026 nur versuchen würden, ein Update von „Talk On Corners“ oder „In Blue“ zu bauen.

The Corrs müssen 2026 niemandem beweisen, dass sie früher groß waren. Das ist aktenkundig, radiotauglich und in vielen Köpfen bestens abgespeichert. Spannend wird erst, ob Andrea Corr, Caroline Corr, Sharon Corr und Jim Corr aus dieser gemeinsamen Geschichte neue Energie ziehen, statt sie nur aufzupolieren.

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