Mario Adorf
IMAGO / sepp spiegl
Mario Adorf
09.04.2026

Schauspieler Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben

Er war in den 90s in Reihen wie "Tresko" und "Prinzessin Fantaghirò" zu sehen und prägte Film und Fernsehen über Jahrzehnte. Am 8. April 2026 ist Mario Adorf gestorben.

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* 8. September 1930; † 8. April 2026

Rest in Peace, Mario Adorf!

Der deutsche Schauspieler, Autor sowie Hörbuch- und Hörspielsprecher Mario Adorf starb nach Angaben seines langjährigen Managers Michael Stark nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris mit 95 Jahren. Geboren wurde er am 8. September 1930 in Zürich, aufgewachsen ist er unter schwierigen Verhältnissen in Mayen in der Eifel. Nach einem Studium in Mainz und ersten Theatererfahrungen absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seinen Durchbruch schaffte er 1957 mit dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“. Es folgte eine internationale Karriere mit prägenden Rollen in Kino, Fernsehen und Theater, darunter Filme wie „Die Blechtrommel“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und „Lola“.

Mario Adorf (1996)
  IMAGO / Allstar
Mario Adorf (1996)

Mario Adorf in den 90ern

Nach Jahren, in denen Mario Adorf oft zwielichtige oder kraftvolle Charaktere spielte, wandelte sich sein Image Ende der 1980er Jahre. Besonders in den 90ern prägte er das deutsche Fernsehen mit großen Patriarchen- und Hauptrollen. Vor allem in den Mehrteilern von Dieter Wedel wie „Der große Bellheim“ (1992) und „Der Schattenmann“ (1995) zeigte er sich als starke, dominante Figur. Auch mit der Krimireihe „Tresko“ (1996) war er in dieser Zeit präsent und in der Märchenfilm-Reihe "Prinzessin Fantaghirò" (1991) verkörperte er den König.

Mario Adorf (2024)
IMAGO / Panama Pictures
Mario Adorf (2024)

Späte Karriere, Engagement und Privatleben

Auch im späteren Verlauf seiner Karriere blieb Mario Adorf präsent, etwa 2009 im Fernsehfilm „Der letzte Patriarch“ oder 2018 in der Rolle von Karl Marx in "Karl Marx – Ein deutscher Prophet". 2019 veröffentlichte er mit "Es hätte schlimmer kommen können" einen Film über sein eigenes Leben.

Neben seiner Arbeit als Schauspieler war er außerdem Synchron- und Hörspielsprecher sowie Mitgründer der Deutschen Filmakademie und Jurymitglied der Berlinale. Zudem war er Initiator der Nibelungenfestspiele in Worms, wo seit 2018 der nach ihm benannte Mario-Adorf-Preis vergeben wird.

Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Mario Adorf zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Bundesfilmpreise, den Bambi, die Goldene Kamera sowie hohe staatliche Ehrungen wie das Bundesverdienstkreuz und später das Große Bundesverdienstkreuz. Auch internationale Preise und Ehrenauszeichnungen für sein Lebenswerk würdigten seine jahrzehntelange Karriere.

Neben seiner künstlerischen Arbeit äußerte er sich wiederholt zu politischen und gesellschaftlichen Themen. 2010 kritisierte er den Kapitalismus mit den Worten: „Ich glaube nicht an ewiges Wachstum. Irgendwann wird der Kapitalismus am Ende sein.“ Mario Adorf engagierte sich auch sozial, etwa als „Botschafter für gutes Hören“ für die Entstigmatisierung Hörgeschädigter.

Privat war Mario Adorf zweimal verheiratet und Vater einer Tochter, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Er lebte in Paris, Saint Tropez und München.