Bobby Gillespie veröffentlicht neue Single
Sänger Bobby Gillespie taucht mit einem neuen Track auf und verlässt bewusst die Komfortzone von Primal Scream.
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Hinter dem Projekt steckt Björn Yttling, vielen bekannt als Teil von Peter Bjorn and John – einer Band, die in den 2000ern mit „Young Folks“ einen globalen Indie-Hit landete. Doch Björn Yttling ist längst mehr als nur Pop-Produzent. Mit Yttling Jazz bewegt sich Björn Yttling bewusst weg von klassischen Songstrukturen und sucht den offenen Raum, den Jazz bieten kann. Für Björn Yttling ist das kein kompletter Bruch, sondern eher eine Erweiterung seines musikalischen Verständnisses. Als Produzent hat Björn Yttling mit Acts wie Lykke Li oder Franz Ferdinand gearbeitet, immer mit einem Gespür für klare Hooks und zugängliche Arrangements. „Strange“ zeigt nun die andere Seite: weniger Struktur, mehr Atmosphäre.
Für Bobby Gillespie ist „Strange“ kein Ausreißer, sondern Teil einer Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Primal Scream existieren weiter, keine Frage. Doch die Rolle der Band hat sich verändert. Bobby Gillespie agiert längst nicht mehr nur als klassischer Frontmann, sondern als eine Art kreativer Knotenpunkt, der Projekte, Kollaborationen und Ideen zusammenführt.
Schon in den 90ern war Primal Scream nie eine Band, die sich auf einen Sound festlegen ließ. „Screamadelica“ war Acid House, „Give Out But Don’t Give Up“ plötzlich Southern Rock. Diese Offenheit hat sich Bobby Gillespie bewahrt – nur dass sie heute weniger im Albumformat stattfindet und mehr in einzelnen Projekten wie „Strange“. Interessant ist, dass Bobby Gillespie heute nicht mehr versucht, Trends zu setzen oder zu dominieren. Stattdessen wirkt „Strange“ wie ein bewusst kleiner Schritt, fast schon ein Anti-Hit.
Die Entstehung von „Strange“ unterstreicht diesen Ansatz. Björn Yttling schickte Bobby Gillespie offenbar musikalische Ideen, auf die dieser schnell reagierte. Kein monatelanger Studio-Prozess, kein ausgefeiltes Konzeptalbum – eher ein intuitiver Austausch zwischen zwei Musikern, die sich vertrauen.
Die große Frage bleibt: Was heißt das alles für Primal Scream? Fakt ist: Die Band existiert weiter, spielt Shows und veröffentlicht weiterhin Musik. Doch Bobby Gillespie hat die Rolle der Band neu definiert. Sie ist nicht mehr das einzige Vehikel, sondern eines von mehreren. Das bedeutet auch, dass Projekte wie „Strange“ keine Konkurrenz zu Primal Scream sind, sondern eher eine Ergänzung. Bobby Gillespie nutzt die Freiheit, die er sich über Jahrzehnte erarbeitet hat, um verschiedene Richtungen auszuprobieren. Und genau das hält ihn relevant.