Thomas Bangalter: So sieht sein Leben nach Daft Punk aus
Als Daft Punk 2021 überraschend ihr Ende bekannt gaben, verschwand Thomas Bangalter zunächst fast vollständig aus der Öffentlichkeit. Mittlerweile ist er zurück. Was plant er für die Zukunft?
Als Daft Punk 2021 überraschend ihr Ende bekannt gaben, verschwand Thomas Bangalter zunächst fast vollständig aus der Öffentlichkeit. Mittlerweile ist er zurück. Was plant er für die Zukunft?
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Jahrelang war der Roboterhelm das Markenzeichen von Daft Punk. Für Thomas Bangalter steckte dahinter jedoch weit mehr als nur ein auffälliges Bühnen-Outfit. „Bei Daft Punk war das Verstecken ein ästhetisches Statement, aber auch ein ideologisches, politisches und künstlerisches“, erklärt er im Interview mit dem Rolling Stone. Gleichzeitig sei die Roboterfigur aber auch eine Form von Fiktion gewesen. „Man versteckt sich hinter einer Maske, weil man Diskretion will – und dann erschafft die Maske ihren eigenen Mythos.“
Genau diesen Mythos möchte Thomas Bangalter heute hinter sich lassen. Nach dem Ende von Daft Punk wollte er bewusst wieder als Mensch auftreten – ohne großes Comeback und ohne spektakuläre Inszenierung. „Ich glaube, ich wollte als Mensch auf die denkbar einfachste Weise zurückkehren, ohne daraus ein Spektakel zu machen“, sagt er.
Ein wichtiger Schritt war sein erstes DJ-Set seit 16 Jahren im Centre Pompidou in Paris Ende 2025. Die Aufmerksamkeit rund um den Auftritt überraschte ihn. Eigentlich habe er erwartet, dass die Menschen vor allem an den Daft-Punk-Robotern interessiert seien. Als das Duo auseinander ging, sei er vollkommen damit im Reinen gewesen, wieder ein normales Leben zu führen. „Ich war bereit, in die Forschung zurückzukehren, in privatere, unterirdischere Arbeit“, erinnert sich Bangalter.
Seit dem Ende von Daft Punk hat sich Thomas Bangalter aber keineswegs zurückgezogen. Stattdessen widmet er sich Projekten, die deutlich vielfältiger sind als zu Zeiten des legendären Elektro-Duos. So schrieb er mit „Mythologies“ erstmals ein großes Orchesterwerk für ein Ballett und komponierte mit „Mirage“ die Musik für eine Tanzproduktion des Choreografen Damien Jalet und des Künstlers Kohei Nawa. Darüber hinaus arbeitet er regelmäßig mit Künstlern aus den Bereichen Tanz, Bildende Kunst und Performance zusammen.
Auch zur Clubkultur hat Bangalter wieder einen Zugang gefunden. In den vergangenen Monaten tauchte er immer wieder überraschend bei DJ-Sets auf. Zuletzt legte er beim New Yorker Community-Radiosender Lot Radio auf. Dort spielte er einen genreübergreifenden Mix aus elektronischer Musik, Ambient, Experimental und weiteren Einflüssen.
Anders als früher geht es ihm dabei jedoch weniger um große Inszenierungen als um die Freude an der Musik. Bangalter selbst beschreibt diese neue Freiheit als die Möglichkeit, mit Menschen zu interagieren, „ohne noch ein Roboter zu sein“.
Thomas Bangalter war einer der wichtigsten Köpfe hinter dem sogenannten French Touch – jener französischen House- und Elektronikbewegung, die Ende der 90er Jahre weltweit erfolgreich wurde. Damals gründete er mit gerade einmal 18 Jahren Daft Punk und wurde Teil einer Szene, die Clubkultur und Popmusik neu zusammenbrachte.
Heute arbeitet er zwar nicht mehr in denselben Strukturen wie damals, sieht aber viele Parallelen. Statt sich auf ein Genre festzulegen, bewegt er sich zwischen elektronischer Musik, Ballett, Kunstinstallationen und Live-Performances. Für ihn geht es immer noch darum, Grenzen zu überschreiten und Neues auszuprobieren.